Nur leis berührt

Ich

als kind, so klein und rein und zart
hat’s ihn das erstemal berührt
nur leise zwar und sanft
doch eingebrannt für immerdar

dann wuchs er ran, wurd stark – wurd mann
gar forsch er ging den weg des lebens
da hat’s ihn wieder leis berührt
er spürt es jetzt zum ersten mal
kurz schauerts ihn – verharrt vor schreck

der frühling ging, der sommer schwand
gar mutig baut er’s haus, pflanzt einen baum
nur mit dem knaben wollt es dann nichts werden
der schniedel fehlt – ein mädchen war’s
da hats ihn wieder leis berührt, doch merkt er’s nicht
läßt narben rechts und links am weg, geht stur nach vorn
tritt derb nach rechts und keult nach links

da kommt es scharf und hart und derb
es rührt ihn stark und klammert fest
sein herz, granithart spröd, so kalt wie eis
es stolpert jetzt, mag nimmer mehr
gevatter tod blickt auf ihn rab
seufzt sanft den blues – berührt ihn leis

oh armes kleines menschlein du
hast meine hand denn nie gespürt?
wie sie dich ziehn wollt auf richtig bahn
sanft rührt es ihn ein letztes mal
dann greift die hand die nächste seel
berührt sie sanft – ein erstes mal…

Gedanken zur Zeit von mir unter dem Pseudonym Sir Charles Blackwood veröffentlicht

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