Der extreme Skiunfall

Mythos

Anfang der 80er Jahre war ich öfters in Frankreich. So in der Gegend von St. Etienne und den Französischen Alpen. Nicht, dass ich ein großer Wintersportfan bin, das beschränkt sich meist auf das Betrachten von Wintersportübertragungen im TV. Nein, es war eher dem Umstand zu verdanken, dass meine damalige Freundin diesem Sport mit großer Freude betrieb. Und was macht man nicht alles, wenn Amor seine Pfeile abschießt.
Ich erinnere mich noch genau, wie immer die gleiche Geschichte beim Aprè-Ski die Runde machte. Es war Samstagnacht, der Sekt floss, die Stimmung auf Stufe 1299…

Ich saß an der Bar, meine Freundin hatte sich in Richtung Toilette begeben, und bestellte mir einen Drink. Während der Wartezeit bekam ich mit, wie sich zwei Frauen folgende Geschichte erzählten:

Eine Touristin wollte in der letzten Saison unbedingt kurz vor ihrer Abreise noch eine Abfahrt machen. Als sie nach der schnellen Entscheidung oben auf der Skipiste war, musste sie auf einmal ganz dringend. „Nun, dass kann jedem passieren,“ schmunzelte ich. Da sie in der frühen Stunde alleine war, zog sie hinter dem nächsten Busch kurz ihre Skihose runter und hockte sich mit blankem Po hin, um sich zu erleichtern. Es kam, wie es kommen musste. Die gut gewachsten Skier nahmen Fahrt auf und sie rutschte in der Hockstellung „blankgezogen“ den Hang hinunter. Sie nahm immer schneller Fahrt auf und konnte aber auch nicht aufstehen. Und so sauste sie in dieser kuriosen Stellung immer weiter hinunter, bis sie kopfüber in einem Heuhaufen landete und steckenblieb. Etliche Blessuren, ein Schlüsselbeinbruch, Prellungen und Zerrungen veranlassten die schnell zu Hilfe gekommenen Helfer, sie sofort mit der Ambulanz in Krankenhaus schaffen zu lassen.
Dort angekommen, wird sie behandelt und anschließend in ein Zimmer verlegt, in dem wegen Überfüllung, ein junger Mann untergebraucht ist. Wie sie sah, war sein rechtes Bein im Streckverband. Auf ihre Frage hin weshalb er denn dort liege, antwortete er wie folgt:

„Sie können es sich nicht vorstellen, was ich erlebt habe. Heute morgen war ich an der Piste unterwegs, für langsam bummelnd talwärts, als mich doch glatt eine Frau, die Hose herunter gezogen, mit blanken Hintern, auf Skiern hockend, überholte und talwärts schoss. Sie können es sich nicht vorstellen, wie ich lachen musste. Ich brüllte vor Lachen. Tja, und da passierte es eben. Ich stürzte, brach mir das Bein, nun – und da liege ich jetzt. Und was ist Ihnen passiert?“ …

So, und jetzt entscheiden Sie selber:
Kann es sein, das diese Geschichte, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag, der reinen Wahrheit entspricht? Oder habe ich Sie einfach nur mit einer gut gemachten Story geschickt hinters Licht geführt? Vieles ist doch bei näherer Betrachtung anders, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Ist es ein moderner Mythos, der selbst Fachleute in die Irre führt?

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