Kann Wasser im Wasserkocher mehrfach aufgekocht werden?

Wasserkocher

Es gibt da einige Mythen, die sich hartnäckig halten. Denn da scheiden sich eindeutig die Geister. Manche befürchten, dass sie gelöste Chemikalien im Wasser erneut auflösen. Andere befürchten, dass Keime im Restwasser sind, kippen das Restwasser lieber weg und kochen frisch. Auch werden Kalkablagerungen angeführt, die dazu führen sollen, das das Wasser schlecht schmeckt.

Gehen wir das Thema einmal an! Ist die Angst begründet?
Wie wir es im Netz nachgelesen haben, wohl nicht. „Die Angst vor abgestandenem Kochwasser ist ein Relikt aus der Zeit der Tauchsieder und Teekessel“, teilt Gisbert Lemke vom Prüflabor SGS Institut Fresenius in einer Presseerklärung mit. „Moderne Küchengeräte werden auf Produktsicherheit geprüft. Verbraucher sollten beim Kauf eines Wasserkochers auf das GS-Siegel achten.“
Steht das Wasser eine Zeit lang, sammelten sich schädliche Rückstände wie Bisphenol A oder Nickel an, so die Befürchtung von 36 Prozent der Befragten. Diese sei jedoch meist unbegründet, meint Lemke weiter. „Tatsächlich zeigen Haushaltsgeräte, die wir in unseren Laboren für das GS-Siegel testen, nur selten problematische Belastungen.“

Viele kippen das alte Wasser weg, weil sie Angst vor Keimen und Bakterien haben. Die könnten sich nach Ansicht von 54 Prozent der Befragten mit der Zeit im Restwasser breit machen. Das stimmt prinzipiell sogar, denn Keime gibt es überall in der Umwelt. Sie können also auch ins Wasser gelangen. Allerdings hat das in der Regel keine gesundheitlichen Folgen. Denn durch das erneute Aufkochen werden mögliche Krankheitserreger in den meisten Fällen abgetötet. Wer das Restwasser jedoch nur erwärmt und nicht zum Kochen bringt, sollte tatsächlich lieber frisches, kaltes Wasser aus der Leitung verwenden.
Kalkablagerungen im Restwasser sind für 59 Prozent der Grund, lieber frisches Wasser zum Aufkochen zu verwenden. Und immerhin 31 Prozent meinen, aufgekochtes altes Wasser schmecke ihnen nicht so gut. Nach Ansicht von Gisbert Lemke gebe es dafür jedoch keinen wissenschaftlichen Beleg. „Einige Teekenner empfehlen sogar, Wasser mehrmals aufzukochen. Es bringe die geschmacksbildenden Säuren des Tees besser zur Entfaltung“, erklärt der Experte.

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